Ich werde
niemals wieder Lieben
Eine Träne schimmert feucht
Im Aug', das sich im Spiegel sieht
Sie erzählt von einer alten Wunde
Die tief im Herzen wieder blutet
So bleibt der Mensch am Ende doch
In seiner Größe stets ganz klein
Ist er doch der Liebe unterworfen
Die ihn erbarmungslos zerdrückt
Es reicht ein Lächeln, eine Berührung
Oft nur ein Wort der Zärtlichkeit
Um sich in ihr zu verlieren
Und sich falschen Versprechen hinzugeben
Und ich hab keine noch getroffen
Die offenherzig lieben würde
Der es um mich gehen würde
Nicht um das, was ich bedeute
Und so ist dies mein letztes Lied
Das ungehört im Wind verhallt
Es ist nun klar, in Schmerz entschieden
- Ich werde niemals wieder Lieben
Ein weitere,
zerstörte Welt
Die Tage ziehen fort
An andere Küsten
Und zurück bleibt nur
Eine verlassene Welt
Wind und Regen vergehen
Aber keine Sonne trocknet
Auch sie ist weit weg
Hat diese Gestade verlassen
Der Mond verging
In einem hellen Gleißen
Und mit ihm die Sterne
Alles ist dunkel und kalt
Ich alleine steh noch hier
Aber nicht mehr lange
Was einmal verloren
Kommt niemals wieder
Und ich fürchte
Es ist mein Schicksal
Alles was ich erschaffe
Wüst und leer zu verlassen
Aber am Ende ist es doch
Nur eine weitere, zerstörte Welt
Ich denke ans Sterben,
manchmal
Die Tage streichen dahin
Vergreifen sich lustlos an der Zeit
Die Sonne ist viel zu müde
Um sich noch ums Scheinen zu kümmern
Die Nächte werden immer länger
Sie finden hier keine Ruhe mehr
Von zu vielen schlechten Gedanken geplagt
Von grausamer Sehnsucht gejagt
Der Morgen erwacht zitternd
In den kalten, leblosen Armen des Tages
Erfüllt von Trauer und Schmerz
Ist er einsam - alleine auf dieser Welt
Es fängt an zu regnen
Zuerst nur leicht, dann immer stärker
Er schwemmt all das Schöne hinweg
Und die Welt steht nackt da und friert
Keine Vögel singen heute morgen
Sie sind beschäftigt damit zu trauern
Um die einsame, weinende Seele
Die dort unter vielen verlassen sitzt
Die Hoffnung hat längst aufgegeben
Schmerz den Krieg erneut entfacht
Liebe scheint nurmehr eine Erinnerung
Aus einem toten, kindgeschwünschten Traum
Tränen streichen sanft über die Wangen
Doch kein Mensch sieht meine innere Qual
Versunken in meine Gedanken, Gefühle
Denke ich ans sterben, manchmal...

Sebastian B. Klostermeier